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Product Placement auf dem Medien Forum.NRW

Product_Placement_Medienforum.NRWHeute, genauso wie die letzten zwei Tage, versammelt sich ein Großteil der Deutschen Medienwelt im Kölner Staatenhaus am Rheinpark - direkt gegenüber der RTL-Büros. Eine Panel mit dem Thema Product Placement oder Branded Entertainment, suchte man im Programmheft vergebens. Aber egal, ob es hieß „Alles. Immer. Überall! Digitale Shopping-erlebnisse" oder „Schräg, skurril, verblüffend anders. Web-TV statt Fernsehen" - das Thema Produktplatzierung wurde immerwieder angesprochen und entkommt so Stück für Stück der Nische. Aber der Reihe nach:

Während Sixx Geschäftsführerin Katja Hofem bei der Veranstaltung „TV A la Carte. Strategien neuer Sender für Deutschland" noch der Meinung ist, so einen neuen Sender schafft man heutzutage nur mit dem entsprechenden Konzern im Rücken, beweisen einige Protagonisten des folgenden Panels schon das Gegenteil. Product Placement Spezialist Tape.TV, in Persona von Jan Lerch vertreten, ist nicht nur hier Vorreiter. „Schräg Skurril, verblüffend Anders. Web-TV statt Fernsehen" war der seltsam gewählte Titel dieser Session. Seltsam, weil sich alle Teilnehmer darüber einig waren, dass es nicht Web-TV STATT Fernsehen heißen sollte. Konvergenz war hier das große Stichwort. Aber auch die Möglichkeit Synergien zu schaffen und voneinander zu lernen.

Ein gern zitiertes Positivbeispiel war denn auch „Berlin Tag und Nacht". Das Scripted-Reality Format, welches auch schon durch einige Produktplatzierungen glänzen konnte, verbindet TV und Web so gut, dass die Zuschauerzahlen des jeweiligen Kanals tendenziell gleichhoch sein werden. Und die Besonderheit, dass die Facebookprofile der Protagonisten von Redakteuren gepflegt werden, was den meisten „Freunden" entweder nicht auffällt oder gerade recht ist, zeigt, wie sehr der Zuschauer nach Verschmelzung von Realität und Unterhaltung giert.

Weitere Beispiele für gut gemachtes Web-TV zeigte dann auch Christoph Krachten, der mit momento-media und Mediakraft einige Formaten zu glänzender Reichweite verhalf. Als „Sender" wollte er denn auch das Konglomerat seiner Produktionen nicht verstanden wissen. Er sieht sich eher als „Label". Für Produktplatzierer gut zu wissen, dass Labels ihre Stars vermarkten. Bei bis zu 20 Millionen Views kann das durchaus interessant sein.

Interessant auch das Wachstum von TV-Commerce beim Münchner Shoppingsender HSE24. 4000 % lassen sich sehen, meint Geschäftsführer Julian Oberndörfer schmunzelnt um dann anzufügen, dass man trotzdem nicht kostendeckent über diesem Kanal arbeite. „Alles. Immer. Überall! Digitale Shoppingerlebnisse" war die Überschrift des Panels bei dem Dr. Ulrich Flatten, Geschäftsführer von QVC die Keynote hielt.

Das Thema „Second Screen" war hier, wie auf nahezu allen Veranstaltungen, ein ganz großes. HbbTV dagegen vielerorts belächelt, ist diese Funktion gar bei einigen Geräteherstellern standardmäßig wohl erstmal ausgestellt. Trotzdem sieht Ulrich Flatten den Umsatz von TV-Commerce am E-Commerce Kuchen bis 2020 bei knapp 4 %. Damit ist der Verkauf von Produkten über das Endgerät „großer Bildschirm im Wohnzimmer" ein riesen Wachstumsmarkt. Auch ein Grund, warum große Sender im sogenannten „Media for Equity" Anteile an E-Commerclern erhalten und dafür Werbung in jeglicher Coleur bieten. Eben auch Product Placement wie beiman mit Zalando bei Germanys next Topmodiel (Pro7Sat1) sehen konnte. Zumindest hält der VC-Bereich der Senderkette einen Anteil am Schuhversender.

Eine sehr große Chance vielleicht auch für Produzenten? Die scheinen einer der großen Gewinner der neuen Verbreitungskanäle sein zu können - wenn sie es richtig anpacken.

Denn Content ist King. Aber Packaging is God, so Jan Lerche von Tape.TV. Die Sender bringen sich also in Stellung. Sofern man Tape.TV als Sender bezeichnen will. Jedenfalls sind sie anerkannter Vorreiter im Product Placement Deutschland.