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European Branded Content & Entertainment Awards gingen an ...

eurobest product placement... Montblanc, Ubisoft und TNT –  Ein Interview mit Jurymitglied Philip Schilling. Erstmals wurden dieses Jahr auf der Eurobest auch „Branded Content & Entertainment Awards“ vergeben. Ein Viertel aller Einreichungen kam aus Deutschland, aber die mutigen, überraschenden Ideen kamen mehrheitlich aus anderen Ländern, verrät Jury-Mitglied Philip Schilling, Geschäftsführer RAPP Germany im Interview mit BEO. Er gibt ein aktuelles Insight in die Auswahlkriterien und Best Cases dieser neuen Kategorie.

BEO: Herr Schilling, welche Cases haben gewonnen und warum hat die Jury diese Cases am besten bewertet?
Philip Schilling: Die Jury hat zwei Mal Gold und einen Grand Prix vergeben. Bei allen Cases war uns eine frische, neue Idee wichtig, die Nähe und der Bezug zur Marke und die Resonanz in der Zielgruppe. Die drei Cases haben das auf ganz unterschiedliche Weise gelöst, aber alle sehr beeindruckend. Gold gab es für "Beauty of a Second" (Montblanc/Leo Burnett Mailand) und "Autodance" (Ubisoft/CP & B Göteborg), der Grand Prix ging an "Play to add Drama" (TNT Broadcasting/Duval Guillaume Modem Antwerpen). Alle drei haben es geschafft, Menschen in, zum Teil unglaublichen, Ausmaß zu fesseln und zu begeistern.

eurobest branded entertainment

Foto Eurobest: Die Gewinner der Branded Content & Entertainment Awards.


BEO: Können Sie einen Trend beim Thema „Branded Entertainment“ in Europa erkennen?
Philip Schilling: Eine große Vielfalt über ganz Europa verteilt, es gibt kein Land, das echter Vorreiter mehr ist. Alle Ideen sind heute integriert umgesetzt, das ist eher Standard als tatsächlich noch eine Besonderheit. Wir haben viele Einreichung von Konsumgüterherstellern gesehen. Und die sozialen Medien machen den Erfolg der Ideen sehr schnell transparent.

BEO: Insgesamt wurden 98 Cases eingereicht, 21 davon aus Deutschland. Ist Deutschland besonders gut beim Thema „Branded Entertainment“?
Philipp Schilling: Wenn man sich die vergebenen Awards ansieht, dann ist die Ausbeute eher unterdurchschnittlich. Die mutigen, überraschenden Ideen kamen dieses Jahr mehrheitlich aus anderen Ländern.


BEO: Welches deutsche Projekt hat Ihnen am besten gefallen und warum?
Philip Schilling: Drei Silber-Auszeichnungen aus Deutschland sind für mich besonders tolle Cases. „CNN Ecosphere“ ist visuell unglaublich schön und elegant gelöst und so überzeugend auf den Punkt. "Don't make Up and Drive" hat bei unseren beiden Jurorinnen sofort funktioniert - man konnte förmlich sehen, wie sie sich ertappt fühlten. „Nerf“ ist für mich tatsächlich eines der besten Placements, das ich in Deutschland gesehen habe. Insight, Zielgruppe und Format könnten besser nicht passen. Die Umsetzung ist toll - auch wenn der deutsche Humor bei einigen Kollegen für Strinrunzeln sorgte.

BEO: Wie war es in der Jury die Entscheidungen zu treffen? Waren Sie sich meist einig oder wurde „heiß diskutiert“?
Philip Schilling: Man merkt, dass es noch eine sehr junge Kategorie ist und in Europa noch keine einheitliche Auffassung darüber besteht, was Branded Content ist und was möglicher Weise "nur" die digitale oder social Verlängerung eine TV-Spots ist. Das macht die Einreichungen sehr vielfältig und die Diskussion bei der Vergabe der Awards sehr lebendig. Aber bei den drei Siegern war sich die Jury einig.

 

BEO: Gibt es etwas, dass Sie bei den Einreichungen vermisst haben? Was hätten Sie gerne gesehen?
Philip Schilling: Ich hätte gerne die „MOMumentaries“ von Procter&Gamble zu den Olympischen Spielen 2012 als Gesamtkampagne gesehen, wir haben nur die israelische Umsetzung beurteilt. Da wäre bestimm noch mehr als Bronze möglich gewesen.

BEO: Wie hat Ihnen die Eurobest in Lissabon insgesamt gefallen?
Philip Schilling: Was sagt man zu der Europameisterschaft der Werbung? Viele faszinierende Arbeiten, unglaublich was aus einem Land wie Belgien an Ideen kommt - 5 Grand Prix! Aber man merkt auch, dass die alten Kategorien nicht mehr greifen, es schwieriger wird Cases einzuordnen oder wirklich gute Ideen tatsächlich medienneutral sind. Und eine schöne Stadt zur falschen Jahreszeit.


BEO: Worauf hat sich Ihre Firma RAPP Germany spezialisiert? Haben Sie ein Beispiel für uns?
Philip Schilling: RAPP Germany ist seit der Gründung vor rund 30 Jahren auf den Dialog mit Konsumenten spezialisiert. Was früher Spezialisierung war, ist heute eigentlich in jedem Kanal wichtig. darum sehen wir uns als Multichannelexperten. Wir wissen, wie wir mit Konsumenten sprechen, sie begeistern, Reaktionen erzeugen. In einer komplexen Kommunikationswelt geht es um relevante Lösungen. Ob das unsere Einführungskampagne für "Hello", die neue Marke von Lindt, ist oder für die Weihnachtskommunikation von airberlin. In einer digitalen Welt ist jede Kommunikation auch Dialog.

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Foto Eurobest: Die Jury der Branded Content & Entertainment Awards mit Philip Schilling (ganz rechts).

BEO-Autorin: Sandra Freisinger-Heinl