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Sex and the City 2 – Winners & Loosers

Seit Ende Mai ist Sex and the City 2 in den Kinos. Der erwartete Erfolg stellte sich umgehend ein. Mit ca. 250 Mio. $ Box Office stürmte der Film weltweit alle Charts und natürlich kamen auch die Freunde des Product Placement auf ihre Kosten. Wie schon im ersten Teil, wurden Produkte in Hülle und Fülle inszeniert. Allerdings dürfte nicht jeder Auftritt nach dem Geschmack der Marken gewesen sein. Nach vier Wochen ist es Zeit, Bilanz zu ziehen.

Mit Sex and the City 2 ist einer der Erfolgsfilme des Jahres gestartet. Die Kritiken waren nicht ganz so überzeugend wie im ersten Teil. Viele Kritiker störten sich an der Politisierung mit Blick auf Abu Dhabi. Dorthin sind die vier Freundinnen eingeladen und Sam verbreitet angesichts der verschleierten Frauen fast aufdringlich ihre libertinären Vorstellungen. In jedem Fall ist der Film der Hotspot im Product Placement 2010. Waren bereits im ersten Film ca. 90 Marken platziert, liegt die Zahl im aktuellen Sequel höher. Dominierend sind dabei natürlich die Modemarken: Dior, Louis Vuitton, Valentino und andere mehr. Über 35 Millionen Menschen weltweit dürften diese Inszenierungen gesehen haben.

Gleichwohl gibt es in der Fülle der platzierten Marken und Produkte Gewinner und Verlierer. Nicht jeder Hersteller wird über die Art, wie er in Szene gesetzt wurde, glücklich sein. Andere hingegen werden sich und ihre Botschaften besonders gut wieder finden. Hier sind drei Gewinner und Verlierer von Sex and the City 2:

Gewinner:

Amanjena Hotel Marrakesch – Im Hotel spielen nicht nur einige zentrale Szenen des Films. Bereits die Ankunft signalisiert ein Leben im Luxus. Die Führung durch die Juwelensuite gerät dann zu einem Werbeclip, wie man ihn besser nicht inszenieren kann. Fantastischer Ausblick und schwelgerische Ausstattung wechseln sich im Bild ab. Die Kommentare der Frauen geraten zu wahren Jubelorgien, die sich dann auch am Pool fortsetzen – und das nicht nur wegen der knackigen Spieler eines Rugby-Teams.

Maybach – Die Luxusmarke der Daimler AG steht wie das Hotel für den puren Luxus. Jeder Freundin steht ein Maybach zur Verfügung und auch hier ist die Freude darüber, so edel chauffiert zu werden, groß. Nicht nur der Markenname wird oft genug genannt, auch die Vorfahrten vor dem Hotel oder in der Wüste zeigen die Autos in ihrer ganzen Pracht.

The Book of Aging by Susan Somers – Die Überraschung des Films. Gab es im ersten Film noch das imaginäre Buch von fünfzig Liebesbriefe der Weltliteratur, so wurde dies Mal auf die Realität des Bestsellers von Susan Somers zurückgegriffen. Im wieder wird es als Glücksbringer ewiger Jugend in die Kamera gehalten, auch wenn die Inszenierung mitunter an einen Jacobs-Werbespot mit Frau Sommer erinnert. Wenn aber gleichzeitig klar ist, dass nicht nur Sam, sondern sogar die Frauen in Abu Dhabi auf das Buch setzen, kommt die Botschaft einer weltweiten Gemeinschaft von Frauen, die sich Susan Somers wieder finden, perfekt an.

Drei Verlierer:

HP – Die Computermarke ist der große Verlierer. Im Vorfeld war breit kommuniziert worden, dass es gelungen war, Carrie von ihrem geliebten Apple zu trennen. Gleichzeitig startete die Marke eine Kampagne zum Film. Die Wahrheit auf der Leinwand sieht anders aus. Nur einmal nutzt die Kolumnistin den Laptop, der dann nicht erkennbar ist. Dass Miranda ihr Apple iPhone bei der Ankunft in Abu Dhabi erwähnt, setzt dem Ganzen die Krone auf. Aktuell gesagt: Apple – HP 1:0

Fernseher – Wer immer die Flatscreens für die Szenen im Apartment von Big und Carrie bereitstellte, wird daran nicht viel Freude gehabt haben. Er ist einfach nicht erkennbar. Weder Logo noch ein weiterer Hinweis lassen einen Rückschluss darauf zu, um welche Marke es sich handelt. Zudem wird der Fernseher zum Symbol dafür, dass das Eheleben – begleitet von einer Anzahl frustrierter Bemerkungen durch Carrie – der beiden in Routine erstarrt.

Abu Dhabi – Bereits im Vorfeld gab es Meldungen, nach denen die Filmemacher versuchten, zunächst Dubai und dann Abu Dhabi als Sponsor für den Film zu gewinnen. Beide lehnten aus politischen Gründen ab. Im Film wird dann zwar Abu Dhabi als Gastland präsentiert. Es wird aber mit zunehmenden Kommentaren auf die Situation der Frauen als ein Land dargestellt, dessen Fortschrittlichkeit nur vordergründig ist. Am Ende ist die Liberalität dahin und gipfelt darin, dass der Gastgeber die vier Freundinnen im Regen stehen lässt.

Autor: Otto Kettmann von Kettmann & Partner

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