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Product Placement im ZDF nach dem 01.04.2010


In den öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland ist Product Placement untersagt. Die Medienpolitik erlaubt allerdings die Integration von Produkten ins Programm, wenn dies die redaktionellen Entscheidungen nicht beeinflusst und kein Geld fliesst.

Wie dies in der Praxis aussieht, konnte man am 16.05.2010 im ZDF Fernsehgarten gut sehen. Angelika Kölle, Geschäftsführerin von "Pflanzen Kölle" präsentierte ihr Produktsortiment in bester Laune, bei bestem Wetter an einem schönen Sonntag Vormittag im ZDF Fernsehgarten zusammen mit der Moderatorin Ute Warnke.

Das mittelständische Unternehmen macht laut Angaben der Südeutschen Zeitung einen Jahresumsatz von 118 Mio. €. Der geldwerte Vorteil der ZDF-Kooperation beläuft sich laut eines Artikel des Quotenmeters auf 250.000€. Das ZDF bestätigte auch den Vertrag mit dem mittelständischen Unternehmen Pflanzen Kölle.

Product Placement sei das aber nicht, da die Firma nicht namentlich genannt wurde. Somit liegt kein Verstoss gegen den Rundfunkänderungsstaatsvertrag vor. Betracht man den Fall aber genauer, wird sehr wohl gegen einen Punkt verstossen:

Produktionshilfen sind nicht gestattet, wenn "das Konzept einer Sendung darauf zugeschnitten ist, dass ein Hersteller oder Dienstleister seine Produkte präsentieren kann, ohne dass dies (...) mit inhaltlichen Überlegungen erklärbar erscheint."

Abschliessend stellt sich noch eine weitere Frage:

Reicht dem Zuschauer nicht der Name Kölle im Zusammenhang mit der Firmenfarbe, um den Firmennamen zu erraten? Was dann im Abspann bei der Angabe der Produktionshilfen noch bestätigt wird?

Quellen: www.spiegel.de, www.pflanzen-koelle.de, www.quotenmeter.de, www.sueddeutsche.de
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