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Neue Form von Product Placement oder alter Wein in neuen Schläuchen?

Neben der W&V berichteten Süddeutsche und Quotenmeter besorgt über neueste Auswüchse des Product Placement. Mit der US-amerikanischen Telenovela „El Clon“ sei eine neue Stufe des Instrumentes erreicht, die bedenklich sei – wirklich?

Seit März ist die Telenovela „El Clon“ auf dem Sender Telemundo on air. Der Sender gehört zum NBC Network und strahlt in spanisch für die Zielgruppe der Latinos in den USA aus. In Anlehnung an einen brasilianischen Vorgänger wird die Story einer Dreiecksgeschichte erzählt, in der sich ein netter Kerl in eine arabische Schönheit verliebt. Nach langen Irrungen und Wirrungen muss sich diese entscheiden.

Das Besondere an der Telenovela ist, dass mit Beginn der Ausstrahlung auch die Vermarktung angelaufen ist. Es gibt eine Schmuckserie, die über die Homepage des Senders bezogen werden kann. Natürlich greift die Vermarktungsseite den Look der Serie auf. Auch ist dieses Modell des Crossover-Marketings ungewöhnlich und eine intelligente Form der Zusatzfinanzierung. Es als Product Placement zu bewerten, dürfte aber überzogen sein.

Ohne akademisch zu sein, fehlt das Element des Werbungstreibenden. Da offensichtlich der Sender von Beginn an die Möglichkeit einbezogen hat, über die Serie Merchandising zu betreiben, hat er die Schmuckkollektion aufgelegt. Damit vermarktet er eine Requisite, die durch die Verlinkung zur schönen Hauptdarstellerin hohe Aufmerksamkeit erzielt. Letztlich bleibt es aber Merchandising, wie es in Deutschland auch von allen großen Sendern betrieben wird – vom Maus-Shop des WDR in Köln bis zu Experimentierkästen zur Clever-Show von Pro7. Ob bei neuen TV-Projekten in Deutschland bereits ein solches Merchandising in die Projektplanung einfließen kann, bleibt abzuwarten – unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.