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Wo bleiben die P’s des Product Placement?

Seit dem 1. April ist Product Placement im deutschen Fernsehen liberalisiert. Die befürchtete Schwemme ist bisher aber ausgeblieben. Der Bildschirm wird nicht von Einblendungen mit dem „P“ in der oberen rechten Ecke überflutet. Allerdings sind die ersten Projekte bekannt.

Mitte März wurden die letzten noch offenen Punkte zum Product Placement geklärt. Nachdem die Länder im Herbst die rechtlichen Rahmenbedingungen mit dem 13. Rundfunkänderungsstaatsvertrag festgelegt hatten, blieb noch die Kennzeichnungspflicht offen. Hierüber haben sich die öffentlich-rechtlichen Sender und die Landesmedienanstalten Mitte März verständigt. In Zukunft sollen Product Placements durch die Einblendung eines „P“ für drei Sekunden in der oberen rechten Ecke des Bildschirms transparent gemacht werden.

Das erste „P“ war im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF zu sehen. Die Beistellung eines Gewinnes für das Gewinnspiel hatte einen solchen Wert, dass der Sender dieses kennzeichnete. Dass dies in der Vergangenheit bereits ähnlich gehandhabt wurde, kann vermutet werden. Insofern ist der Wunsch nach einer höheren Transparenz hier schon verwirklicht.

In größerem Umfang sind Shows betroffen. Stefan Raab hat am 13. April in seiner Show „Schlag den Raab“ den Anfang gemacht. Dies ist kaum überraschend, hat er doch in verschiedenen Shows in der Vergangenheit offen mit Werbepartnern zusammengearbeitet. Dass er die Sendung aber trotz seines Sturzes zu Ende brachte, dürfte aber weniger mit der Erfüllung von Sponsorenverpflichtungen zusammenhängen, wie die Boulevardzeitung BILD spekulierte. Raabs Ehrgeiz ist bekannt und wird ihn mehr getrieben haben.

Ebenso wenig überraschend ist die Ankündigung des ZDF, dass in der Sommershow „Wetten, dass …?“ Product Placement vorkommen wird. Auch hier gibt es eine lange und bekannte Zusammenarbeit mit Werbepartnern, wie schon vor Jahren der Autor Christian Fuchs („Leise schleichts durch mein TV“) feststellte.

Spannend wird wohl erst der Herbst werden. Erst dann werden die Filme, die nach dem 19. Dezember in Produktion gegangen sind, im deutschen Fernsehen ausgestrahlt werden. Es bleibt abzuwarten, ob dann das Traumschiff, Tatort, SoKo und die anderen Projekte mit einem „P“ versehen sind. Angesichts der Untergrenze von 1.000 €, die von den Landesmedienanstalten als Wert für Product Placement festgelegt sind, dürften dann viele Sendung gekennzeichnet werden!

Quelle: www.bild.de