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epd im Gespräch mit Medienwissenschaftler Lilienthal zum neuen Product Placement

Durch die neue und einheitliche Kennzeichnung "p" für Product Placements bei den Privaten als auch bei unentgeltliche Produktionshilfen bei den öffentlich-rechtlichen, werden - rein optisch - zwei total unterschiedliche
Dinge über einen Kamm geschoren.

Die Privaten kämen auf diese Weise raus aus ihrer "Schäm-Ecke" und dürfen zusätzlich noch ein Markenlogo paralleleinblenden. Lilienthal sieht hierin einen weiteren Werbeeffekt. Dass mit dieser neuen Regelung für mehr Transparenz gesorgt würde, sieht der Journalistik Professor in nur eingeschränktem Maße befriedigend. 

Sinnvoller sei es doch, im Abspann kennzeichnungspflichtiger Produktionen aufzuführen, welche Firmen mit welcher Summe hinter der Produktion stehen. Eine größere Werbeeinnahme sieht Lilienthal nicht auf die Sender zukommen. Mehr eine Art "Umwidmung" des Werbebudgets. "Man muss es sich nicht gefallen lassen, plötzlich einem Konsumappell ausgesetzt zu sein", und einen letzten Ruheraum in einer kommerziell überformten Welt dahinschwinden lassen.

Dass im Grunde hier die Formgebung nur der Realität hinterherhinkt wurde bei diesem Kritikpunkt wohl übersehen. Denn Product Placements gehören schon eine ganze Weile zum Fernseh-Alltag und fristeten bis dato ein Schattendasein im halb legalen Bereich.

Quelle: www.evangelisch.de