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Entertainment „Kriegs“-Allianzen & Cross-Promotion

image001Wer vor einigen Wochen im Kino Dunkirk, dasneue Meisterwerk des britischen Autors und Regisseurs Christopher Nolan sah, konnte vor dem Hauptfilm eine für das vorrangig arthaus-interessierte Publikum eine auf den ersten Blick eher ungewöhnliche Werbung bewundern: das weißrussische Videospiel-Entwicklerstudio Wargaming bewarb „Operation Dynamo“, ...

.... einen Special-Event seiner Online-Kriegsschiffsimulation World of Warships. 

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Dunkirk, der heute schon als sicherer Oscar-Kandidat und Nolans bislang bester Film gilt, behandelt einen der entscheidenden Momente des Zweiten Weltkrieges. Nach dem Angriff auf Frankreich hatte die deutsche Wehrmacht mit ihrer Blitzkriegstaktik die französischen und den ihnen zur Hilfe geeilten britischen Streitkräfte sprichwörtlich überrollt und in der nordfranzösischen Hafenstadt Dünkirchen eingeschlossen. Fast 400.000 Mann drohten Gefangenschaft oder gar Vernichtung. In der wohl spektakulärsten Rettungsaktion aller Zeiten gelang es den Briten mit Hilfe ziviler Kräfte, den Großteil ihre Truppen zu evakuieren und die Niederlage gegen Hitler-Deutschland abzuwenden.

Nolans monumentaler Antikriegsfilm zeigt in imposanten Bildern, einer innovativen, non-linearen Erzählstruktur und begleitet von einem unter die Haut gehenden Dauer-Mollton die Niedergeschlagenheit, die Hilflosigkeit, Angst und Verzweiflung dieser Tage im Jahre 1941, als Europa in Gefahr lief, Hitler vollends in die Hände zu fallen. Fraglos ein cineastisches Meisterwerk, aber auch keine leichte Kost. Kein Blockbuster, nix für das Mainstreamkino. Trotzdem schlug der Film ein. Bis heute hat der Film an den Kinokassen weltweit über 300 Millionen Dollar eingespielt. Das lag sicherlich an der Berühmtheit Nolans. Geholfen haben wird aber auch die Zusammenarbeit mit Wargaming. 

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Wargaming entwickelt qualitativ hochwertige und extrem populäre und reichweitenstarke Strategievideospiele und -simulationen. Neben World of Warships ist das Unternehmen vor allem für seine beliebte Panzersimulation World of Tanks und die Flugzeugsimulation World of Warplanes bekannt, sogenannte Third-Person-Taktik-Online-Multiplayer-Shooter. Die Spiele können kostenlos gespielt werden. Für besondere Fahrzeuge, Verbesserungen, oder Munition muss man zahlen. Mehr als 150 Millionen Spieler weltweit haben schon mal ein World of... von Wargaming an PC oder Konsolen gezockt. Und damit sie auch weiterspielen, müssen den Gamern neue Inhalte, also Events, Schiffe, Panzer, Flugzeuge oder Maps angeboten werden. Schon einmal, zum Kinostart von David Ayer’s Fury mit Brad Pitt, ging Wargaming eine Kooperation mit einem Kinofilm ein. 

Das zeitlich begrenzte Angebot in World of Warships rund um den Kinostart von Dunkirk ermöglichte jetzt, die Ereignisse der spektakulären WWII-Rettungsaktion zur See nachzuspielen. Mit drei speziell für diese Mission bereitgestellten Kriegsschiffen, den britischen Zerstörern Anthony und HMS Gallant, sowie dem französischen Zerstörer Cyclone konnten Spieler in einer eigens dafür entwickelten Karte der Evakuierungszone die eingeschlossenen Truppen einsammeln und in Sicherheit bringen. Das ganze gebrandet im Look von Nolans Dunkirk. 

Von der Kooperation profitierten beide Seite enorm: Nolan, respektive sein Filmverleih Warner Bros. Pictures sparte sich Millionen Dollar an P&A-Ausgaben und erreichten über Wargaming eine für den Kriegstopos besonders affine Zielgruppe. In-game Werbung bewarb gleichermaßen Kinostart und Event. Wargaming auf der anderen Seite bekam nicht nur neuen Content für ihr Spiel, sondern durfte sich durch die Kooperation mit dem hochangesehenen und gefeierten Meisterregisseur und wohl baldigen Oscarpreisträger auch über einen positiven Image-Transfer freuen. Einem Großteil des Arthaus-Publikums von Dunkirk wird Wargaming nichts gesagt haben. Aber wer würde seinem Teenager-Kind jetzt noch verbieten, ein Videospiel zu zocken, das Feuilletonliebling Christopher Nolan höchstpersönlich abgesegnet hat?
Win-Win für beide.  

Fotos: ©Warner Bros. Pictures und @Wargaming

BEO-Autor: Stefan Kreutzer