Hauptmenü

Leitlinien für die Kennzeichnung von Scripted Reality

Logo Rundfunkanstalten Logo VPRTDie Landesmedienanstalten und die privaten Fernsehveranstalter haben gemeinsam Leitlinien für die Kennzeichnung eigenproduzierter Scripted-Reality-Formate entwickelt. Ziel ist, den Zuschauern sender- und formatübergreifend einheitlich zu informieren.

Die freiwilligen Verhaltensgrundsätze enthalten sowohl Module zur Formulierung der Kennzeichnungshinweise als auch Vorgaben hinsichtlich Platzierung und Lesbarkeit. Die genauen Leitlinien zum Download finden Sie hier

Basismodule zur Formulierung sind zum Beispiel: „Der/Die Fall/Geschichte/Handlung ist (frei) erfunden/(frei) erzählt.“ oder „Alle handelnden Personen sind (frei) erfunden.“ Oder „Nach einer/einem realen/tatsächlichen Geschichte/Handlung/Ereignis (frei) erzählt.“

Die „Blauäugigkeit“ der TV-Zuseher in Betracht ziehen
Es ist leider Fakt, dass viele TV-Zuseher die Geschehnisse einer Scripted Reality für „bare Münze“ nehmen. Sie können sich nicht vorstellen, dass die Bewohner der Wohngemeinschaft in Berlin nicht wirklich „Tag und Nacht“ miteinander verbringen und dass gar deren Dialoge zum Teil im Storyboard vorgegeben sind. Sie wissen nicht, dass es nicht live und nicht vielleicht auch nicht mit den tatsächlichen Protagonisten passiert, wenn Peter Zwegat die Menschen „raus aus den Schulen“ holt. Und dass die Partystimmung in „X-Diaries“ gezielt und geplant angeheizt wurde. Die Leitlinien sind zu begrüßen, weil sie hier Aufklärungsarbeit, vor allem auch bei den jungen Zusehern, leisten werden.

Da der Anteil an Scripted Reality Formaten in der deutschen TV-Landschaft stetig wächst, nimmt auch der Anteil an Formaten zu, in denen Product Placement integriert werden kann und wird. Die Möglichkeiten hierfür sind, wie bei den gescripteten Dailies auch, vielfältig. Die Kennzeichnungspflicht hierfür wird jedoch bereits seit langem berücksichtigt!

Umsetzung ab sofort in eigenproduzierten Sendungen
Die Umsetzung der einheitlicheren Kennzeichnungsgestaltung der Scripted Reality Formate erfolgt ab sofort bei allen neu produzierten Sendungen. Der VPRT (Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V.) und die GVK (Gremienvorsitzendenkonferenz der Landesmedienanstalten) verbinden mit den Verhaltensgrundsätzen und der verabredeten einheitlicheren Kennzeichnung die Erwartung, dass die bisherige Debatte versachlicht werden kann. Die Umsetzung des Leitfadens soll in einem Jahr evaluiert werden.

BEO-Autorin: Sandra Freisinger-Heinl