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Dr. Zuta (CEO Aeriagames) über Product Placement in Games

Aeriagames Product Placement GamesAm 01.11.2012 und 02.11.2012 fand in Offenbach zum achten Mal das bgf 2012. bgf-Initiator Dr. Andreas Lober fasst dieses wie folgt zusammen: „In diesem Jahr war eine sehr viel nachdenk­lichere Branche zu beobachten als in den vergangenen Jahren des scheinbar unbegrenzten Booms. Führende Unternehmen machen sich um ihre Zukunftsstrategien Gedanken, sind aber auch optimistisch für die Zukunft. Bis zum nächsten Jahr dürfte sich der Markt etwas durchgemischt haben, was wiederum neue Chancen bietet.“

bgf 2012 product placement

Im Folgenden wird Herr Dr. Zuta, CEO Aeriagames, im exklusiven BEO-Interview über die Bedeutung von Free2Play befragt. Beschreibung des Aeriagames Produktportfolios: Clientgames, 50 Mio. registrierte User, 1,50 - 2,00 Mio. daily active User, Zielgruppe: Hardcore Gamer. 

Vielen Dank Herr Zuta, dass Sie sich die Zeit für das Interview genommen haben. Lassen Sie uns direkt loslegen. Ist für Free2Play für Sie mehr als ein Geschäftsmodell? Stichwort "Demokratisierung des Medienkonsums"

A: Definitiv. Ich finde es immer sehr interessant, wenn es bei Internetunternehmen heißt, dass z.B. Google so nett ist, weil es der Welt die Informationen umsonst liefert, während der Free2Play Anbieter in der Regel der Böse ist, weil dieser nur Geld von seinen User haben möchte. Desweiteren ist Free2Play viel fairer als z.B. der Retail-Gamesmarkt, da der User hier 60.-€ zahlen muss und dann das Game erst spielen kann und somit das Risiko eingeht, für ein Spiel zu bezahlen, welches ihm nicht gefällt. Das Ganze erinnert mich an den Kinomarkt. Nehmen wir z.B. den Kinofilm "Traumschiff Surprise". Alle Screenings ergaben, dass dieser Film ein Riesen Flop wird. Also packt man das gesamte Marketingbudget, platziert es zum Launch des Films und hofft, das man die ganzen Kosten bereits nach dem ersten Wochenende schon wieder eingenommen hat. Denn nach dem ersten Wochenende werden sich die Konsumenten darüber unterhalten, wie schlecht der Film gewesen ist. Ähnlich funktioniert der Retail-Gamesmarkt. Bevor die Gamer über die Qualität eines Box Games reden können, muss bei einem schlechten Game das Geld schon wieder verdient sein. Dies ist bei Free2Play Games nicht möglich.

Arbeiten Sie mit Pay2win Elementen?

A: Pay2win Elemente werden nur selten eingesetzt. Entweder man macht ein klasse Game mit einer großen Community mit nahezu keinen Pay2win Elementen (2-3% Pay User - schwache Monetarisierung) z.B. League of Legend oder Runs of Magic. Bei den meisten Spielen kann man sich dies aber nicht leisten. Die Aeriagames haben eine nicht so große Community, monetisieren aber viel besser.

Wie kommen Pay2win Elemente in der Community an?

A: Interessanterweise beschweren sich die User am stärksten, die am meisten Geld ausgeben. Grundsätzlich ist es schwierig die Balance zu halten und erfordert viel Erfahrung.

Welche Rolle spielt bei Ihnen die Monetarisierung der nicht zahlenden User mit z.B. Services wie komplementäre Bezahlmethoden wie Sponsorpay?

A: Da wir Clientgames anbieten, gibt es keine Werbung im Spiel. Sponsorpay wird auf der Website eingesetzt. Grundsätzlich hat das Thema eine geringere Bedeutung in Ländern, wo die Leute gerne Geld ausgeben wie Deutschland, Frankreich. Anders in Türkei, Polen, Brasilien - hier ist dieses Thema von größerer Bedeutung. 

Vielen Dank für das interessante Interview.

In diesem Sinne wünscht das BEO.Team allen Lesern, Geschäftspartnern und Freunden einen guten Rutsch ins neue Jahr und viel Erfolg!