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Interview: Premium-Item-Selling statt Product Placement

iconicfuture_logoWir haben uns auf der Casual Connect 2012 in Hamburg mit Malte Barth von Iconicfuture unterhalten und in Erfahrung gebracht, was Premium-Item-Selling ist, worin der Unterschied zum Product Placement besteht und wie Marken und die Spielebranche davon profitieren können.

Hallo Malte, stelle dich doch bitte kurz vor.

Ich bin Malte Barth, Co-Gründer und Executive Director bei Iconicfuture.

Wie kamst Du zu Iconicfuture und welchen Hintergrund hast du?

Ich war zuvor unter anderem in Asien in der Gamingbranche tätig. Die Free2Play-Branche war damals in China und Süd-Korea bereits weit entwickelt und der Entwicklung in Europa und den USA voraus. Außerdem habe ich auf der Rechte- und IP-Seite zum Beispiel für Endemol, Infront und RTL gearbeitet.

Zwischen den beiden Themen Rechte und Computerspiele gab es damals kaum Berührungspunkte. In einem Basketball-MMO in China haben wir beispielsweise virtuelle Nike-Schuhe verkauft – etwa 70.000 Stück pro Woche zu einem Preis von rund fünf Euro pro Stück. Das fand ich sehr spannend – wäre aber in Europa nie denkbar gewesen.

Schließlich kamen 2011 mit meinen Co-Gründern Thomas Martens und Ze’ev Rozov die richtigen Leute zusammen, um die Welten Games und IP zu verbinden. Das war der Beginn von Iconicfuture.

Du nimmst hier auf der Casual Connect auch an einer Panel-Diskussion teil – seid ihr für die Vorträge hier oder eher zum Networken?

Natürlich interessieren mich ein paar Vorträge, das Networking steht jedoch im Vordergrund. Unsere Kollegen von der Licensing-Seite kommen auch hierher, um die Gameswelt noch besser kennenzulernen. Dafür ist das Event eine hervorragende Möglichkeit.

Kannst du einmal das Konzept der Plattform erklären, die ihr mit Iconicfuture aufgebaut habt?

Wir haben mit Iconicfuture einen Marktplatz für digitales Merchandising in der Online-Spielebranche geschaffen, wo wir bekannte Marken als Premiumgüter anbieten. Rechtehalter oder Spieleanbieter registrieren sich und erhalten Zugang zur jeweils anderen Seite, das heißt Entwickler können hier eine passende Marke oder Figur, kurz IP, finden, die sie als virtuelles Premium-Item in ihrem Spiel integrieren. Damit vereinfachen wir den Prozess, IPs, wie Shaun das Schaf, in Online oder Mobile Games zu bringen und schaffen durch die Monetarisierung der Marken neue Einnahmequellen für beide Seiten. Für Rechtehalter ist diese Art des digitalen Merchandisings meist Neuland – und sie profitieren von der stark wachsenden Spielebranche.

Malte Barth - Co-Gründer und Executive Director bei Iconicfuture

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Agiert ihr, wenn ein Deal zustande kommt, als Intermediär oder haltet ihr euch aus den konkreten Kooperationen raus?

Wir bringen beide Seiten zusammen und haben kein Interesse daran, uns „dazwischen“zuschalten. Uns geht es darum, den Nutzern einen guten Service zu bieten.

Kannst du kurz den Unterschied zwischen Product Placement und eurem Premium Item Selling erklären?

Product Placement beschäftigt sich mit der Frage “Wie präsentiere ich ein Produkt, das der Konsument später offline vermehrt kaufen soll?”. Hierbei spielt die emotionale Aufladung von Marken eine wichtige Rolle. Item Selling hingegen basiert darauf, dem Endkunden im Spiel einen Mehrwert zu bieten, sodass dieser bereit ist, für ein bestimmtes Produkt oder Objekt mehr zu bezahlen.

Und welche Rolle spielt der Faktor Emotion beim Premium-Item-Selling?

Aus der Emotion heraus entsteht ja erst die Bereitschaft, für ein Markengut einen höheren Preis zu zahlen. So belegen Zahlen, dass eine gebrandete Marketingkampagne um rund 70 Prozent erfolgreicher ist als Item Selling ohne Markeneinbindung. Denn der Endkunde hat die Marke bereits in einer imaginären Schublade abgespeichert – und es ist einfacher, etwas aus einer vorhandenen Schublade herauszunehmen, als eine neue Schublade zu erschaffen.

Ihr arbeitet hauptsächlich mit Games. Wie interessant ist es für einen Fußballclub, in einem Computerspiel aufzutauchen?

Diese Frage ist im Allgemeinen schwer zu beantworten, weil jeder Club seine eigene Strategie hat. Was wir aber aufgrund zahlreicher Gespräche mit Sicherheit sagen können: Die meisten Rechtehalter haben verstanden, dass die digitale Welt heutzutage nicht mehr zu vernachlässigen ist, weil sich die meisten Konsumenten bereits in dieser bewegen, und die heranwachsende Zielgruppe sogar komplett online aufwächst. Früher oder später kommen alle Rechtehalter an den Punkt, an dem sie eine Möglichkeit zur digitalen Vermarktung ihrer Produkte suchen. Viele verfügen jedoch noch nicht über eine nachhaltige Strategie, um diese Herausforderung zu meistern.

Die Rechtehalter, die sich schon etwas mit dem digitalen Thema beschäftigt haben, mögen den Ansatz von Iconicfuture sehr, denn wir bieten eine risikofreie und investitionslose Lösung für dieses Problem. So starten sie einen Versuch mit unserem Konzept – und sind von den Ergebnissen meist positiv überrascht.

Was ist dein persönliches Lieblings-Item, das ihr bisher platziert habt?

Mir gefällt das Bernabéu-Stadion von Real Madrid am besten.

Vielen Dank, Malte!

Das Interview wurde geführt von: Alexander Kornelsen

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