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Variantenreichtum bei den Virtual Reality-Formaten

Audi SandboxVirtual Reality war auch in diesem Jahr wieder ein großes Thema bei der MIPTV in Cannes, wie z.B. die Audi Sandbox. Wann sich jedoch Virtual Reality  endlich im Mainstream-Markt etablieren wird, darüber ist man sich noch relativ unschlüssig, da VR noch einige Hürden, wie z.B. hohe Preise ...

... für Headsets, ein unübersichtliches Content-Ökosystem und Storytelling-Herausforderungen überwinden muss. Aber Rikard Steiber, President Viveport und SVP Virtual Reality bei HTC Vive, ist sich schon jetzt sicher: „Virtual Reality wird das nächste Massenmedium.“

Headset und Content Vielfalt
Die Main Players im Headset-Markt sind momentan: Sony Playstation VR, Oculus Rift, Samsung Gear VR, HTC Vive und seit Ende letzten Jahres Google Daydream View. Jeder Headset-Anbieter hat seinen eigenen App Store und Content Ökosystem. So fokussiert sich HTC’s Zusammenarbeit mit Contentproduzenten momentan auf ihre Viveport Marke. Sie haben gerade ein monatliches Subscription Model eingeführt, bei dem Vive Headset-Besitzer $5.99 pro Monat bezahlen, um Zugang zu fünf verschiedenen VR Apps/Experiences zu bekommen, die sie dann monatlich wechseln können. 

Dass sich der Konsument jedoch für eine bestimmte Headset-Marke und damit für einen bestimmten Content entscheiden muss, ist sicher nicht hilfreich, um VR zum Massenmedium werden zu lassen. Denn auch Sony’s Contentproduzenten produzieren ausschliesslich für Playstation VR. Simon Benson, Director Immersive Technology Group bei Sony Interactive Entertainment Europa, zeigte ein paar interessante PSVR Apps und Games, wie beispielsweise das first-shooter game Farpoint, die London Heist und Ocean Descent Experiences oder das Puzzlespiel Tumble VR

TV und VR
Bei den Videogame-Produzenten gehört VR sowieso schon längst zum Alltag. Doch mittlerweile haben auch die Fernsehschaffenden das Medium für sich entdeckt und versuchen es in ihre TV Shows zu integrieren. Das sicherlich zur Zeit meistdiskutierteste Beispiel ist FremantleMedia’s „Lost in Time“. Die Kandidaten werden in dieser Gameshow mithilfe von „Mixed Reality Technolgy“ ins Mittelalter, den Wilden Westen und die Eiszeit transportiert und müssen dort verschiedene Herausforderungen meistern. Die Zuschauer zu Hause können mithilfe einer Smartphone bzw. Tablet App in der virtuellen Welt gegen die TV Show-Kandidaten sowie andere Spieler aus dem ganzen Land in real-time spielen. Bei den ersten beiden Ausstrahlungen der Gameshow auf TVNorge funktionierte die App allerdings noch nicht so wie gewünscht. Siehe hier. Aber es ist sicherlich eine interessante Entwicklung, die man im Blick behalten sollte. 

Branded VR
Eines der besten Branded VR-Beispiele, ist die Audi-VR „Enter Sandbox“, die wirklich alle begeistert. Sie weckt das „Kind im Manne“, das so virtuell eine Sandkastenstraße befahren kann. Diese Applikation verbindet haptisches mit der VR-Welt und ist ein schönes Beispiel, über das auf der MIPTV gesprochen wurde.

Wer hat als Kind nicht davon geträumt, seine eigene Sandkastenburg zu befahren? Die MediaMonks Amsterdam haben genau das als VR für Audi realisiert. „Enter Sandbox“ lässt uns Audi auf der selbstgebuddelten Strasse im Sandkasten entlang brettern.

Storytelling in VR
VR birgt jedoch noch immer große Herausforderungen, was auch das Storytelling für Brands angeht. Damian Collier, Blend Media, weiß, wie man den Blick der Zuschauer in der VR lenken kann, über ‚Spacial Audio’ wird ein bestimmter Raum der Aufmerksamkeit definiert . Man kann auch dadurch lenken, dass man alle Action auf einen bestimmten Ort konzentriert. Und über die Platzierung der Kamera. Theaterregisseure kann übrigens im Vorteil sein, da sie es gewohnt sind, den ganzen Raum zu betrachten. Genau dies ist auch in der VR notwendig. Collier setzt für Brands vor allem auf 360 Grad Videos.

Die zweite Klippe der VR-Anwendungen ist derzeit die Reichweite. VR-Experten diskutieren in allen Panels darüber, wie und wann es ein technisches VR-Device schaffen kann, die Massen zu begeistern.  Dominic Collins, General Manager EMEA, Jaunt VR UK, formuliert es so: „All das wird erst dann richtig finanziert werden, wenn viele Menschen es sehen können und davon sind wir noch ein Stück entfernt.“ 

Weitere interessante Branded VR-Beispiele:

Cowz

Cowz VR für die Food-Kette Chick-fil-A
Die Chicken-Food-Kette "Chick-Fil-A" arbeitet mit der Agentur McCann New York und macht Kühe zu technik-erfahrenen Anwendern der VR. Sie erleben mit uns in der VR Experience ein Autorennen, eine Fahrt mit dem Heißluft-Ballon, Fallschirmspringen und Skifahren. Neben der coolen Kuh-VR auf der Website CowzVR.com gab es auch Spots während den Grammy Awards. Die Kühe sind als Icon eng mit der Marke Chick-fil-A verbunden. Dabei geht es immer darum, die Leute humorvoll dazu zu bewegen, mehr Huhn zu essen.

MarsMit dem Schulbus zum Mars
Das Luftfahrt Unternehmen Lockheed Martin und McCann New York konzipierten eine „Gruppen VR“-Reise für Kinder zum Mars. Sie nahmen einen ganz gewöhnlichen gelben Schulbus und wandelten ihn in einen „Bus zum Mars“ um. Die Aktion war Teil des Projektes „Generation Beyond“, mit dem man Kinder für die Raumfahrt begeistern will.
Als die Kinder zum USA Science and Enginieering Festival reisten, sponsorte Lockheed Martin den Bus, dessen Fenster 200 Quadratmeilen der Mars-Oberfläche zeigen, die über VR dargestellt wurde. Die Klasse konnte das ohne Headsets betrachten, deshalb wurde es ein wirkliches Gruppenerlebnis Die Aktion beinhaltet auch eine „Hello Mars“-Smartphone App, die Kinder den Planeten virtuell besuchen lässt, zeigt, wo man ich im Himmel finden kann und die Echtzeit-Wetterberichte vom Mars sendet.

InvisibleInvisible presented by Lexus
Doug Liman, Producer des Kinofilmes ‚Mr and Mrs Smith’ produzierte das sechsteilige Action-und Abenteuer „Invisible“. Die geskriptete VR-Serie um eine New Yorker Familie mit übernatürlichen Kräften wurde von Lexus präsentiert. Samsung und Jaunt waren Partner der Veröffentlichung.

Live im Rennwagen beim Formel 3-RennenFormel 3Virtuallly Live lässt uns live beim Formel 3 Rennen dabei sein. Man kann sogar von einem Fahrer zum nächsten ins Cockpit springen, während das Rennen läuft. Die Sponsoren der Rennstrecke sind natürlich echt. Hier der Clip

Ein sehr schönes Extra für die Besucher der MIPTV war der VR-Campus: 
Dort  man direkt einiges ausprobieren und selbst in unterschiedliche VR-Anwendungen „eintauchen“.Beliebt war u.a. das 360 Grad Video einer Raumstation, in dem man einen Astronauten in der Schwerelosigkeit begleiten und einen wunderbaren Blick auf unseren „blauen Planeten“ haben konnte.

Fotos: BEO/SF, MIPTV

BEO-Autorinnen: Sandra Lehner und Sandra Freisinger-Heinl

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