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Katharina Sorg: Storytelling hat für Bosch eine strategische Komponente

UnknownDas deutsche Unternehmen Robert Bosch GmbH bietet weltweit spannende Technik in den unterschiedlichsten Bereichen an. Katharina Sorg, Content Strategin in der Digitalen Kommunikation, verrät BEO-Autorin Sandra Freisinger-Heinl im Interview welche positiven Erfahrungen sie mit ‚Storytelling’ gemacht hat. Gerade weil man damit von der Technik der Tower Bridge, über das selbsteinparkende Auto, bis hin zum Bosch-Kühlschrank Technik über Landesgrenzen hinweg emotionalisieren kann.

Sie spricht über die Kampagnen „Bosch World Experience“ und ‚#lovemyfridge’ und zeigt, dass Bosch nicht nur in der Technik, sondern auch im Content Marketing Maßstäbe setzt.

 

BEO: Sie nutzen im Marketing von Robert Bosch verstärkt ‚Storytelling’. Passt das denn zusammen - Branded Content und Technik?

Katharina Sorg: Ja, das passt. Es gibt viele Menschen, die von unserer Technik profitieren und die stehen bei unseren Geschichten im Mittelpunkt. Bosch ist dabei selbst nicht der ‚Hero’, sondern eher der ‚Buddy’, der den Menschen dabei hilft, Ihren Alltag zu meistern. Viele verbinden mit Bosch Bohrmaschinen und Kühlschränke – Bosch bietet aber sehr viel mehr. Das wollen wir mit unseren Stories transportieren.

 

BEO: Sie verwenden Content Marketing und lassen die User immer öfter selbst zu ‚Storytellern’ werden. Wie kam es dazu und welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

K.SorgKatharina Sorg: Bosch hat inzwischen mehr als 500 Websites und mehr als 350 Social Media Channels weltweit. Um in der digitalen Arena gehört zu werden, muss man diese Stimmen zusammenbringen. Wir haben eine Power, wenn wir mit einer Stimme sprechen – dafür muss man die Stimmen orchestrieren. 

Das haben wir zum ersten Mal vor vier Jahren beim 125jährigen Jubiläum von Bosch gemacht. Da hatten wir ein gemeinsames Thema und haben gemerkt, ‚hey das funktioniert gut’. Uns ist damit klar geworden, Storytelling hat eine strategische Komponente für uns, nämlich diese verschiedenen Stimmen zu orchestrieren. 

Seither haben wir an der digitalen Transformation gearbeitet und im vergangenen Jahr dann unsere User auf eine Reise durch die Bosch-Welt mitgenommen. Die Idee für die „Experience Bosch“ Content-Strategie war einfach: Wir haben alle unsere Communities auf eine Reise eingeladen, die sich über das ganze Jahr hin erstreckt hat.  Das Ticket dafür war der Hashtag #ExperienceBosch, der Travelguide waren die Corporate Websites und Magazine. Und das Take Away war eben: „Bosch is more than you think.“

Gestartet haben wir mit „Experience Bosch“ auf der IAA vor zwei Jahren mit der Kampagne „What would you do“, bei der es darum ging, das Thema selbstfahrende Autos und Bosch mit einer Mitmachaktion unter dem Hashtag #wwud zu platzieren. Einen ganzen Tag pro Jahr verbringt ein durchschnittlicher Autofahrer mit der Parkplatzsuche und Einparken. Diesen Tag können wir den Usern mit Hilfe automatisierter Systeme zurückgeben – die beispielsweise in Zukunft selbst einen Parkplatz suchen und parken. Wir haben gefragt: Was würdest du mit diesem Tag machen? Die Gewinnerin haben wir im Januar zur International Consumer Electronics Show (CES) nach Las Vegas eingeladen und sie konnte dort das automatisierte Fahren selbst erleben. Natürlich konnten die User das auf unseren Channels online verfolgen.'

Es folgten Geschichten von Menschen aus aller Welt, deren Leben durch Bosch Technik ein wenig einfach wird- vom Stadionsprecher in Brasilien bis zum Milchbauern in Neuseeland.

 


 

Im  Sommer kam dann die reale Reise die „ Bosch World Experience 2014“ dazu, bei der wir sechs Blogger in 16 Tagen einmal um die Welt geschickt, haben um Bosch-Technik live vor Ort zu erleben- und hinter die Kulissen blicken zu können. (hier der Link zur Website). Die Reise ging von London, wo wir uns gemeinsam die Technik der Tower-Bridge angesehen haben, zum Panama Kanal, nach San Francisco und nach Shanghai, Singapur und Berlin. Davon haben die Blogger dann live in einer Blogumentary berichtet, die die User auf unseren Channels mitverfolgen konnten.

Kaum zurück startete im September die Kampagne #lovemyfridge. Die User wurden dabei auf unseren Channels zu Storytellern und haben uns erzählt, warum sie ihren Kühlschrank lieben.

 

BEO: #lovemyfridge ist ein gutes Beispiel für grenzübergreifendes Storytelling. Können Sie die Aktion erläutern und etwas zu den bisherigen Ergebnissen sagen?

Katharina Sorg: Während nur wenige wissen, dass Bosch-Technik in der Tower-Bridge steckt, sieht es in Sachen Kühlschrank natürlich anders aus – den kennen dann doch einige von Bosch.   Also warum nicht einmal in emotionaler Weise über etwas reden, was sie ‚jeden Tag benutzen’, ‚was sie jeden Tag sehen’ und ‚was wirklich jeder in der Küche hat’? Er ist der coolste Typ in der Küche, es wurde also Zeit für eine Liebeserklärung.

Wir haben unsere User in zwölf Ländern und 6 Sprachen gefragt: Was liebst du an deinem Kühlschrank? Foodblogger aus den USA, Deutschland und Spanien haben uns ihre ‚Lieblings-Leftover-Rezepte’ gekocht und unseren Usern erzählt,  warum sie den Kühlschrank lieben! Hier das Video mit der Zusammenfassung der Kampagne:



Innerhalb von vier Wochen haben mehr als 1.400 Leute weltweit ihre ‚Liebeserklärung an den Kühlschrank’ mit uns geteilt. Von Videos über Bilder bis hin zu Animationen – gesammelt haben wir die Einreichungen auf der Kampagnenseite. (hier ein Link ) Die Erzähler der besten Geschichten konnten dann tatsächlich einen Kühlschrank gewinnen.

 

BEO: Wo geht die Reise für Bosch im Bereich Branded Content, Branded Entertainment und Branded Channels hin? 
Katharina Sorg: Natürlich sind uns die Beispiele wie Red Bull oder Coca-Cola bekannt. Wir beobachten das auch, aber es muss weiterhin alles bei uns zur Marke passen.Wir haben mit mehr als 500 Websites und mehr als 350 Social Media Channels weltweit eine owned Channel-Basis, die immer der Dreh- und Angelpunkt für unsere Kampagnen ist. Wir greifen da auf die Power unserer Kanäle zurück und nutzen diese um gehört zu werden. Wie einen Lautstärkeregler, den man aufdreht!

 

BEO: Und zum Schluss noch was persönliches. Haben Sie selbst einen Lieblings-Case einer anderen Marke im Bereich Branded Content?
Katharina Sorg: Da gibt es inzwischen einige Firmen auf dem Markt, die in diese Richtung gehen. Auch auf den Konferenzen sieht man immer wieder gute Cases. Ich muss sagen, dass ich es spannend finde, was beispielsweise Opel in Deutschland macht. Es ist interessant zu sehen, welche Imageveränderung hier in letzter Zeit passiert. Opel arbeitet vermehrt mit Influencern für den neuen Adam zusammen, die trauen sich da was Neues und versuchen etwas. Das finde ich sehr spannend und interessant.

 

Wir bedanken uns ganz herzlich für das Interview!

 

BEO-Autorin: Sandra Freisinger-Heinl